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SAMSAS TRAUM

Digipak CD Vota Tenebris I

Mit „Vota Tenebris I“, dem 14. Studio-Album von SAMSAS TRAUM, gelingt Musik-Genie und Epen-Produzent ALEXANDER KASCHTE ein Akt der Selbstbehauptung, der anderen Szenegrößen unseres vom Ausland belächelten, deutsch-gotischen Kinderfaschings ewiglich vergönnt bleibt: Aus der Zeit gefallene Mittelalterbarden sucht man auf „Vota Tenebris I“ so vergeblich wie schlaff herausgewichste Tränen des Selbstmittleids oder die bei abgehangenen Möchtegern-Individualisten so beliebten Hausfrauen-Tänzerinnen mitsamt ihrer vor Mettwurstfett triefenden Elektro-Suppe.

Nein, SAMSAS TRAUM, eine Band, die schon immer VIEL BESSER war als andere - und die mit „Vota Tenebris I“ einen übermenschlichen Vorsprung weiter ausbaut - holen mit ihrem neuen Album die in den letzten zwei Jahrzehnten der Niveaulosigkeit geopferten Werte und Normen der subkulturellen 80er zurück; einer Zeit, in der Makeup noch an Kunst und nicht an in Matschpfützen getunkte Kleinkind-Gesichter erinnerte, in der Inhalte, Ästhetik, Selbstreflektion und ein Szene-Kodex noch von Bedeutung waren und die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit höher angesiedelt wurde als das sommerliche Festival-Saufgelage mit Pipi-Kacka-Lyrics. SAMSAS TRAUM unterstreichen mit „Vota Tenebris I“ ihren Status des kulturellen Rettungsankers - und erstaunlicherweise gelingt ihnen dies mit einer ansprechenden Kombination aus ihrem etablierten Klang-Universum und modernen Stilmitteln.

Ursprünglich als Wunsch-Album für den inneren Kreis der SAMSAS-TRAUM-Fan-Elite angelegt, weiß man bei „Vota Tenebris I“ nicht, wo man mit dem Schwärmen anfangen, wo aufhören soll. Nachdem wir uns während „Heut wird er umgebracht“ und „Leitstern“ noch in den bombastischen Gefilden symphonischer Rockmusik in Sicherheit wähnen und uns die Gaststimme von JULIANE KÖBE vorgestellt wird, katapultiert uns „Scheiße ohne dich“ auf eine feuchtfröhliche Studentenparty - aber nur, um uns mit dem brachialen Lovecraft-Metal-Hörspiel „Der Ruf des Cthulhu (Ein Traum, der an Augen zerschellt)“ in Folge gnadenlos das Genick zu brechen. Nachdem wir mit „Schattenfalter“ tanzbar über die Kraft der Fantasie unterrichtet wurden, wird uns mit „Die Fratze meiner Einsamkeit“ die Quintessenz sämtlicher Meilensteile des italienischen Kinos der 70er in die jungfräuliche Vene injiziert. Welche andere Band - außer SAMSAS TRAUM - macht Musik so gnadenlos und intensiv erlebbar? KEINE! „Der Riss in deiner Stimme“ verdeutlicht, dass ALEXANDER KASCHTE auf dieselben Bühnen wie DAVE GAHAN, EMINEM und LADY GAGA gehört, „Bring mit Licht“ hingegen ist klanggewordener Abgrund, es ist DAS Lied über Depressionen. „Plutonium (1.21 Gigawatt)“ präsentiert eine in den 80ern verwurzelte Rachefantasie, bevor SAMSAS TRAUM mit „Für die Liebe“ in acht Zeilen mit allen Weltreligionen abrechnen und dem Deutsch-Rap mit „Einst war ich ein Schrei“ die kleinen Eier rasieren. Bämm.

Ein Meilenstein wie „Vota Tenebris I“ verlangte in jedem Produktionsstadium nach absoluter Kompetenz: geschrieben und produziert von ALEXANDER KASCHTE, gemischt von SCOTT ATKINS (CRADLE OF FILTH), gemastert in den ABBEY ROAD STUDIOS (THE BEATLES, PINK FLOYD, DAVID BOWIE) von ALEX WHARTON (BRING ME THE HORIZON, BULLET FOR MY VALENTINE) und veredelt mit einem Artwork von JOHN WILLIAM WATERHOUSE (zensiert von der MANCHESTER ART GALLERY) lässt „Vota Tenebris I“ nicht den Hauch eines Wunsches offen.

Während andere Bands von der Jugend aussortiert werden, strahlen SAMSAS TRAUM wie der letzte Stern an einem Nachthimmel aus belangloser Scheiße. Diese Band ist offensichtlich nicht nur zu groß für die Gothic-Szene, SAMSAS TRAUM ist wesentlich größer, als es Deutschland jemals sein wird.

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